Sonntag, 2. Juni 2013

Drei Tage in Hamburg


Drei Tage in Hamburg mit vielen Eindrücken und interessanten Ergebnissen liegen hinter mir.

Mittwoch, 29.Mai


Den Tiefpunkt gab es gleich zum Anfang. Neugierig wie ich bin habe ich mal diesen neuen "HKX" (Hamburg-Köln-Expreß) ausprobiert der sich preislich doch um einiges günstiger stellt als die DB. Für Eisenbahnnostalgiker mag der auch eine feine Sache sein, schöne alte von der DB schon längst ausgemusterte D-Zug Abteilwagen, ohne Klimatisierung was dazu führte daß ich elend gefroren habe, extrem laut - kurzum der Charme längst vergangener Urlaubsreisen aus Kinderzeiten kam wieder auf. Zum krönenden Abschluß habe ich mir dann noch an irgendeiner scharfen Kante im Fußbereich eine Hose ramponiert.

Nie wieder HKX, so viel steht fest!

In Hamburg angekommen gings erst mal ins Hotel, diesmal das ibis budget in Wandsbeck. Sauber, zweckmäßig und mit etwas über 100 Euro für zwei Übernachtungen inkl. Frühstück preislich für Hamburg durchaus OK. Auspacken, ein paar Telefonate führen, umziehen und aufhübschen und dann ab zur nahegelegenen U-Bahn-Station.

Sonntag, 26. Mai 2013

nun bin ich IronBlogger(in)


Das heißt nun aber nicht daß ich während des Bloggens einen Marathon laufe oder 100km Fahrrad fahre. Die IronBlogger sind eine Gruppe von Bloggern die sich selbst verpflichten ganz eisern mindestens einen Post pro Woche zu veröffentlichen. Und da das in der Gruppe besser geht als alleine und auch ein gewisser Anreiz da sein sollte entstehen nun bundesweit regionale Gruppen in denen auf die Einhaltung dieser einfachen Regel geachtet wird. Fällt der wöchentliche Post mal aus sind 5 Euro in die Gruppenkasse zu zahlen und wenn die gut genug gefüllt ist wird der Inhalt verfeiert.

Also sozusagen eine Blogger-SHG...

Etwas mehr Detail steht im Artikel  IronBlogger Bonn - Wir bloggen und trinken Bönnsch. Das mit dem Bönnsch mag für mich ein Problem werden denn das gibt es nicht in alkoholfrei aber das mit dem Bloggen sollte eigentlich hinzukriegen sein.

Inzwischen sind wir in der Bonner Gruppe schon über 20 Mitglieder und das ist bestimmt noch steigerungsfähig. Voraussetzung ist in Bonn oder Umland zu wohnen oder wenigstens einen starken regionalen Bezug zu Bonn zu haben. Der Blog muß allerdings keine Bonn-spezifischen Themen enthalten.

Also wer noch mitmachen will - immer gerne!

und da ist doch noch ... der Kehlkopf


Eins der Themen was ich etwas vor mir hergeschoben habe weils ja nicht direkt weh tut ist der Kehlkopf, genau gesagt dessen Verkleinerung. Sieht halt etwas unschön aus der Knubbel am Hals und von selber geht der leider nicht weg.

Gelegentlich habe ich das Gefühl daß mit das Erste was Transfrauen machen wenn sie sich treffen ein Blick auf den Kehlkopf ist. Eigentlich nur in diesem Umfeld kriege ich zu hören "der muß aber unbedingt weg", allen anderen Menschen scheint der recht egal zu sein.

Bezeichnend sind manche Reaktionen auf den Beitrag mit meinem Bewerbungsfoto vom Oktober. Im Dezember hatte ich dann noch eine leicht nachbearbeitete Version dieses Fotos gepostet. Gefällt mir natürlich ein wenig besser.

Hier eine Nahaufnahme von Montag:



Die Barthaare habe ich liebevoll wachsen lassen, die wurden dann in der Woche epiliert.

Also den Kehlkopf sieht man auf diesem Foto schon sehr schön. Das Foto, mein Bewerbungsbild und mein Paßfoto habe ich schon mal per mail auf die Reise geschickt, ich selber folge nächste Woche und bespreche mit Dr.Suhr in Hamburg wie sich das mit einer operativen Kehlkopfverkleinerung darstellt. Mir wäre es sehr lieb wenn sich das ambulant erledigen ließe, denn deswegen in einer Klinik übernachten möchte ich wahrlich nicht, zumal das die ganze Angelegenheit nicht gerade preiswerter macht.

Na gut, nächste Woche weiß ich mehr. Ich hatte am Dienstag in der Klinik angerufen, die Fotos die ich geschickt habe sind aussagekräftig genug und das Gespräch wird rund 30 Minuten dauern. Für nur 30 Minuten nach Hamburg reisen wäre natürlich etwas heftig und so wie es scheint bleibe ich mindestens eine Nacht dort und habe Zeit noch ein paar nette Leute zu treffen.

Sonntag, 19. Mai 2013

Die ILGA-Europe Rainbow Map May 2013


Eine sehr eindrucksvolle Visualisierung der politischen und rechtlichen Situation von LGBT-Menschen (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) ist die "ILGA-Europe Rainbow Map May 2013" die pünktlich zum gestrigen IDAHOT 2013 veröffentlicht wurde.



Freitag, 17. Mai 2013

IDAHOT 2013


Heute jährt sich zum 23.Mal der Tag an dem die WHO (World Health Organization) die Homosexualität aus der Liste der Geisteskrankheiten entfernt hat. Sicher ein Grund zum Feiern, und das wird seit dem Jahr 2005 auch jedes Jahr am 17.Mai getan. Hier eine Liste der in Deutschland stattfindenden Aktionen.

Auf der offiziellen Website heißt dieser Gedenktag inzwischen "International Day against Homophobia & Transphobia", in die Abkürzung hat es das "T" für "Transphobia" bislang nur an einigen Stellen geschafft obwohl auch hier noch viel Handlungsbedarf herrscht.


Homophobie und Transphobie sind keine abstrakten Begriffe für Dinge die sich irgendwo weit entfernt abspielen, sondern das kann viele von uns treffen. Ein besonders erschreckendes Beispiel hat Pamela Halling vorhin in ihrem Blog gepostet. Ihre Enkeltochter (!!) wurde körperlich angegriffen weil sie eine lesbische Großmutter hat. Eigentlich lebt Pamela nur mit der Frau zusammen mit der sie auch schon vor ihrer Transition zusammenlebte.

Für transgeschlechtliche Menschen besteht am IDAHOT weniger Grund zum Feiern, denn wir werden immer noch formal als geisteskrank in der ICD-Klassifikation der WHO geführt. Im täglichen Leben haben transgeschlechtliche Menschen in vielen Ländern noch mit teils massiven Schwierigkeiten zu kämpfen, so müssen sich für die rechtliche Anerkennung in ihrem wahren Geschlecht transgeschlechtliche Menschen in 29 der 47 Länder des Europarats sterilisieren lassen bzw. der GaOP unterziehen.

Montag, 6. Mai 2013

eine kleine Geschichte über die, die "anders" sind


Diese kleine Geschichte hat Kati ("die" Kati vom Trans-Kinder-Netz) vorhin im facebook gepostet und ich finde daß sie zum Nachdenken anregt - über die, die "anders" sind und vielleicht auch über uns selbst.

"Vogelfrau" von Suniti Namjoshi (Übersetzung Käthe H.Felckenstein, 
Verlag:Sappho küsst die Welt, Querverlag GmbH, Berlin 1999)

Es war einmal ein Kind, dem wuchsen Flügel. Sie wuchsen ihm aus den Schulterblättern heraus und zuerst waren sie nur kümmerlich. Aber sie wuchsen schnell und in Nullkommanix hatte es Flügel mit beträchtlicher Spannweite. Die Nachbarn waren entsetzt. "Sie müssen sie abschneiden lassen", sagten sie zu den Eltern des Kindes.
"Warum?" fragten die Eltern.
"Na, das ist doch offensichtlich", sagten die Nachbarn. Doch ein paar Wochen später kamen sie wieder. "Wenn Sie die Flügel nicht abschneiden wollen, dann stutzen Sie sie wenigstens."
"Warum?" fragten die Eltern.
"Nun, das würde wenigstens zeigen, dass Sie etwas unternehmen.""Nein", sagten die Eltern und die Nachbarn gingen.
Dann erschienen die Nachbarn ein drittes Mal. "Zweimal haben sie uns nun schon weggeschickt", erklärten sie den Eltern, "aber denken Sie doch mal an das Kind. Was tun Sie dem armen kleinen Ding an?"
"Wir bringen ihm das Fliegen bei", sagten die Eltern bestimmt.

Link zum Originalpost in "Transgender Luxembourg"
Zunächst ohne weiteren Kommentar von mir.

Samstag, 4. Mai 2013

noch zu zahlen: 27,17€


Vorhin war die Abschlußrechnung meiner VÄ/PÄ in der Post, noch zu zahlen sind 27,17€:


Ganz schöne Preise für die Gutachten. Ich glaube im nächsten Leben werde ich Gutachter, falls das mit Supermodel nicht klappt jedenfalls. Also Plan B sozusagen.

Meinen Führerschein kann ich nächste Woche auch abholen, so langsam bin ich komplett mit den Unterlagen.

Gestern war ich im Standesamt Bonn, der Fall meiner neuen Eheurkunde und der Erweiterung im Familienbuch war natürlich für die Angestellte die sich meiner annahm alles andere als alltäglich. Aber auch das ist nun erledigt.

einige Kleinigkeiten


Neues


Den formalen Abschluß des rechtlichen Teils meiner Transition mit der rechtskräftigen VÄ/PÄ habe ich zum Anlaß genommen die Seite Vornamens- und Personenstandsänderung zu komplettieren.

Es gibt mich nun auch im Twitter, hier zu finden. Hier werde ich neben meinen Blogartikeln auch einige andere Sachen posten die ich nicht alle in den Blog aufnehmen möchte. Das Ganze ist eher privat gehalten, Informationen aus dem Transgender-Bereich gibt es im Twitter-Kanal von "Transgender Germany".

Donnerstag, 25. April 2013

Nach recht kurzer Zeit...


...konnte ich heute auch Reisepaß und Personalausweis abholen.


Aber mit der kurzen Zeit meinte ich eigentlich etwas ganz anderes, denn:

Donnerstag, 18. April 2013

Corinnas erster Ausweis


Mit dem rechtskräftigen Gerichtsbeschluß in der Hand habe ich am Mittwoch eine kleine Ämtertournee gemacht, eine neue Geburtsurkunde habe ich inzwischen schon und neben Perso und Reisepaß auch einen vorläufigen Personalausweis beantragt. Und den konnte ich mir heute schon abholen:

Dienstag, 16. April 2013

Nach zwei Jahren...


Heute ist es exakt zwei Jahre her daß ich den endgültigen Entschluß faßte mein Leben sehr grundlegend zu ändern. Nach einigen Monaten der Recherche und Planung gings dann im Sommer 2011 los mit Epilation und coming-out. Vieles davon ist in diesem Blog nachzulesen.

Passend zum heutigen Tag gab es den formalen Schlußpunkt meiner Transition, das AG Köln hat es mir nun schriftlich gegeben daß meine VÄ/PÄ seit dem 19.März rechtskräftig ist.

Die rechtskräftige VÄ/PÄ

Sonntag, 14. April 2013

facebook - Fluch oder Segen?


In Foren wird des Öfteren lebhaft, teils auch kontrovers, über facebook diskutiert und ob man dieses Medium überhaupt nutzen soll. Ich diskutiere da schon mal mit weil ich facebook sehr intensiv nutze und für mich in Anspruch nehme Vorteile wie auch Schwächen dieser Plattform recht gut zu kennen.


Kürzlich hatte ich etwas zu diesem Thema im dgti-Forum gepostet was ich nun, leicht angepaßt, in meinen Blog übernehme.

Facebook ist für mich erst mal nur ein Kommunikationsmedium und entscheidend ist was man draus macht.

Wer wie ich eine auf mehrere Kontinente verteilte Verwandtschaft hat merkt sehr schnell wie einfach es ist via facebook Kontakt miteinander zu halten. Ob das jetzt facebook oder eine andere Form eines social networks ist ist recht egal, dadurch daß facebook eine sehr hohe Verbreitung hat wird es allerdings zu einer Art Selbstläufer - wenn von einer Familie erst mal ein nennenswerter Teil über facebook kommuniziert kommt der Rest über kurz oder lang nach. Die Frage ob facebook gut oder schlecht ist stellt sich an dieser Stelle nicht, es ist einfach Mittel zum Zweck.